etwas bleibt – Zyklus 1
Die Idee von «etwas bleibt» ist einfach.
Von allem, was hier gezeigt wird, bleibt etwas. Ein Objekt, ein Buch, eine Zeichnung, ein Werk, ein Etwas, das nach dem Ende einer Ausstellung nicht weggeräumt wird, sondern ins Nächste hinübergeht.
Gleichzeitig stellen wir die Frage, was bleibt. Was bleibt von dem, was wir machen? Was bleibt von unseren Ideen? Was bleibt vom Guten, was vom Schlechten? Was bleibt von uns?
Dieser Frage gehen wir in Zyklen nach. Manchmal spielerisch, manchmal mit mehr Ernsthaftigkeit. Mal überschreiten wir Grenzen, mal halten wir uns an diese.
«etwas bleibt» findet an der Bäckerstrasse 27 statt. In drei Schaufenstern und einem Raum.
Im ersten Zyklus haben wir zwei Künstlerinnen und einen Künstler eingeladen die Schaufenster und das Ladenlokal zu bespielen.
Eröffnung am 24.09.2026 ab 18h
in der Bäckerstrasse 27, 8004 Zürich
Anschliessend bis 23.12.2026
immer Di bis Fr von 14h bis 18h
Die Mitwirkenden
Gabi Deutsch aus Zürich arbeitet seit einigen Jahren vorwiegend mit Keramik. Sie fertigt handgeformte Unikate und erkundet, welche Transformationen das Material zulässt.
In der hier gezeigten Arbeit untersucht sie unterschiedliche Zustände des Körpers. Für «etwas bleibt» baut sie ein Gerüst aus Stangen und bestückt es mit keramischen Formen. Eine abstrakte Trainingsmaschine, ein Ausstellungsdisplay, in dem sich unter anderem Körperteile und Trainingsgeräte ausmachen lassen.
Foto: Nicolas Duc
Foto: Charlotte Visser
Hanneke de Leeuw aus Breda (NL) bezeichnet sich selbst als Geschichtenerzählerin und Gestalterin. Bekannt ist sie vor allem für ihre Keramik, doch ihre Arbeit reicht weit darüber hinaus. In ihren Werken findet sie stets neue und unerwartete Umgangsweisen mit Materialien, Formen und Texturen. Dabei schreibt sie persönliche Erfahrungen, humorvolle oder kritische Betrachtungsweisen in ihre Objekte ein.
Layers of the Self, ihre erste in der Schweiz gezeigte Arbeit, handelt von der Zeit nach der aktiven Mutterschaft – einem Prozess der Neudefinition, des Loslassens und der Wiederentdeckung, in dem sich Körper und Identität verändern. Die keramische Installation verweist auf die bleibende Verbindung zwischen Elternteil und Kind und wird zur Metapher für weibliche Verletzlichkeit und Wandlung. Keramik hat sie dafür gewählt, weil das Material flexibel und zerbrechlich zugleich ist und die Spuren von Zeit und Arbeit speichert. Zugleich zeigt sie darin ihre ersten Versuche mit pflanzlichen Färbemitteln anstelle von Glasuren.
Grundlage im Werk von Karim Noureldin (lebt und arbeitet in Lausanne) ist die Zeichnung. Linien, Gitter und Schraffuren, die tagebuchartig über lange Zeiträume in Blattfolgen weiterwachsen – und die er zu raumfüllenden Installationen, Wandmalereien und Textilien fügt. Mit der Zeit hat er sich weiteren Medien zugewandt und diese ausgelotet: Keramiken, Glaselemente und raumbezogene Möbelobjekte gehören heute ebenso zu seinem künstlerischen Vokabular. In der Architektur nehmen seine Arbeiten grössere Massstäbe ein, in privaten Innenräumen wie in öffentlichen Gebäuden. Der schweizerisch-ägyptische Künstler bewegt sich dabei zwischen Präzision und Regellosigkeit.
In unserem Schaufenster zeigt er ein grossformatiges Textilobjekt, das eigens für die Ausstellung entstanden ist. Hinzu kommen Lichtobjekte, Zeichnungen und Siebdruck-Editionen – Arbeiten, in denen dieselben geometrischen Elemente in immer neuen Erscheinungsformen wiederkehren.
Foto: Wikipedia – Karim Noureldin
Der Ort
Die Bäckerstrasse 27 in Zürich Aussersihl (Kreis 4) ist Ort mit Geschichte – ein Raum, der schon immer als Ladenlokal genutzt wurde. Auf einem historischen Foto zu sehen ist das mit Mannequins ausgestatte Schaufenster des Schneiders Karl Hocke-Scherdel, der von 1908 bis 1912 sein Atelier an der Adresse betrieb.
Das Wohnhaus mit Geschäftslokal wurde 1893 gebaut. Unsere Recherchen haben ergeben, dass im Wandel der Zeit verschiedenste Waren angeboten wurden: Textilien, Lebensmittel und Kolonialwaren, Bücher, Schuhe, Krawatten, Backwaren, geflochtene Sessel und Möbel. Wir wollen dieser Tradition treu bleiben – nicht, indem wir wieder ein Ladenlokal sein wollen, sondern indem wir etwas aufnehmen, was alle vergangen Mieterinnen und Mieter gepflegt haben: das Schaufenster.
Eröffnung am 24.09.2026 ab 18h
in der Bäckerstrasse 27, 8004 Zürich
Anschliessend bis 23.12.2026
immer Di bis Fr von 14h bis 18h


